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Stadtteil Schildesche
Im Jahr 939 gründete die adlige und kinderlose Witwe Marswidis, mit der Einwilligung des Bischofs Dudo von Paderborn, ein Frauenstift.
Da sich um dieses Stift eine Siedlung bildete, wird dieses als Gründung von Schildesche angesehen.
König Otto I. und Kaiser Otto II. übernehmen den Schutz für das Kloster, welches Mitte des 13. Jahrhunderts abbrannte.
Im Jahr 1244 überträgt Bischof Bernhard IV. von Paderborn dem Grafen Ludwig von Ravensberg die Verwaltung und Gerichtsbarkeit über
das Stift Schildesche.
1810 endet die Existenz des Stifts. Es wird, gemäß der im Reichsdeputationshauptschluss festgesetzten Bestimmungen vom Königreich
Westphalen, zu dem Schildesche seit 1807 gehörte, aufgelöst und sein Grundbesitz wird versteigert. Der nördlich an Schildesche
vorbeiführende Johannesbach ist damals die Grenze zwischen dem Königreich Westphalen und dem Kaiserreich Frankreich, zu dem auch
die nordwestdeutsche Küstenregion gehörte. 1813 fällt Schildesche zurück an das Königreich Preußen. Die bis dahin zum
Verwaltungsbezirk Schildesche gehörenden Dörfer Laar, Diebrock und Eickum werden
1816 dem Kreis Herford zugeschlagen.
Am 1. April 1901 werden die Bielefelder Kreisbahnen eröffnet. Schildesche erhält eine
Schmalspur-Bahnverbindung nach Bielefeld, Werther und Enger mit Anschluss an die
Herforder Kleinbahn. Die Bahn wurde 1954 eingestellt.
1930 verliert Schildesche seine Selbständigkeit durch die Eingemeindung nach Bielefeld.
Heute leben rund 40 000 Menschen in Schildesche.